Hans Leo Bader
© David Schmidt

„Die Natur muss wieder ins Bewusstsein der Leute kommen“

Inga Dreyer und ich unterhielten uns mit Hans Leo Bader, der in Bayern ein Volksbegehren für die Rechte der Natur auf die Beine stellt. Zuvor war Bader an der Realisierung des erfolgreich durchgeführten Begehrens „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern“ beteiligt, das unter dem Motto „Rettet die Bienen“ bekannt wurde.

Die Rechte der Natur sind weltweit immer öfter Thema. Ecuador räumt Ökosystemen laut reformierter Verfassung bereits seit 2008 das Recht ein zu existieren, sich zu entwickeln und zu entfalten. In anderen Ländern wie etwa Peru oder regional in den USA gibt es einzelne Flüsse und Berge, in deren Namen geklagt werden kann. In Spanien hat vergangene Woche das Parlament beschlossen, dass die durch Landwirtschaft verdreckte Salzwasserlagune Mar Menor eine Rechtspersönlichkeit werden solle. Mit dem Volksbegehren in Bayern kommt die Idee zum Naturrechtsgesetz jetzt auch in Deutschland an.

Kleiner Auszug aus dem Gespräch: „Inzwischen glaube ich: Genauso wie Frauen irgendwann Rechte bekommen haben, die sie früher nicht hatten, genauso braucht die Natur Rechte, damit die Lebensgrundlagen für die Menschen geschützt werden. Kinder haben ja auch Rechte, die sie nicht selber umsetzen können. Sie brauchen jemand anderen, der diese für sie geltend macht. So ist es auch bei der Natur.“

Erschienen bei Neues Deutschland, 27.04.2022